Der letzte Tag in Dublin ist angebrochen und wir haben uns für diesen Tag einen großen und wichtigen Stop aufgehoben. Die Guiness Brauerei. Beide waren wir bereits in der einen oder anderen Brauerei, aber wir hatten ja keine Ahnung WIE man ein „einfaches“ Bier vermarkten kann. Hier wurde alles richtig gemacht.

Da wir uns bereits am Vortag beim Kauf des Hop-on / Hop-off Tickets ein Kombiticket inkl. Besuch der Guiness Brauerei gekauft haben, mussten wir uns diesbezüglich zum Glück keinen Kopf mehr machen. Hier empfiehlt es sich – vor allem, wenn man einen Wochenendtrip plant – das Ticket bereits im Vorfeld zu kaufen. Ein wenig Geld kann man auch sparen, wenn man es online zuvor kauft. Jedoch muss beim Online Kauf eine fixe Uhrzeit angegeben werden und genau das wollten wir nicht. Also gemütlich vom Hotel zum College Green, Proviant noch mitnehmen und auf den Sightseeing Bus warten, welcher uns direkt zur Brauerei fährt.

Durch das vorzeitige Kaufen des Tickets konnten wir die „Fast Lane“ verwenden und direkt unseren Voucher umtauschen in ein echtes Ticket. Da es noch früher Vormittag war und unter der Woche, hätte sich allerdings auch das reguläre Anstehen in Grenzen gehalten.

Zuvor ist noch zu sagen, dass der „Storage“ – also der Entertainment Turm sozusagen – in einen der alten Klinker Lagerhäuser eingebaut wurde. 7 Stockwerke und von oben bis unten für Besucher ausgelegt. Sogar mit eigenen Rolltreppen im Haus.

Kaum, dass man einen Fuß hinein setzt bekommt man einen Eindruck davon, was einen erwartet. Wie bereits erwähnt Marketing und Entertainment auf höchstem Niveau.
In den ersten 2 Etagen werden einem die Inhaltsstoffe und das grundsätzliche Verfahren zum Guiness brauen aufbereitet und häppchenweise serviert. Im 3. Stock gibt es dann den Tasting Room. Man erhält ein Stamperl Guiness und wird „aufgeklärt“ wie man es am besten trinkt, welche Geruchs- und Geschmackssinne es ansprechen sollte usw. Ein bisschen wie bei einer Wein Verkostung, bloß ohne dem ekelhaften Spucknapf hinterher.

Im 4. Stock könnte man – natürlich gegen Aufzahlung – auch noch einen Kurs besuchen um das richtige Ausschenken von Guiness zu erlernen und noch ein paar andere Kunststückchen. Wir verkneifen es uns ehrlich gesagt. Guiness trinkt man ohnehin am besten im Pub und dort wissen sie wie es funktioniert. Für zuhause haben meine bescheidenen „Biereinschenkkünste“ bisher auch noch ausgereicht. Ob ich allerdings die korrekten 12-18mm Schaum bei einem Guiness hinbekommen würde, weiß ich ehrlicherweise nicht. Ich stell mir gerade einen Lehrer vor, eine Klasse, jeder mit seinem eingeschenkten Guinessglas vor sich und der Lehrer marschiert nun von Glas zu Glas mit einem Lineal und einem Farbstreifen – ähnlich wie bei Zahnpasta Werbung, nur spiegelverkehrt … Nennt man dann wohl Abschlussprüfung.

Wie auch immer – wir verzichteten darauf und begaben uns direkt weiter in den 5. Stock zur Merchandise Historie. Angefangen von der Guiness Harfe bis hin zum allbekannten Tukan und etlichen nicht weniger bekannten Werbeplakaten. Abschließend kann man noch in den 7. Stock hinauf in die sogenannte Gravity Bar – und ja dort herrscht Erdanziehungskraft, im herkömmlichen Sinne – und den 360° Ausblick über Dublin genießen. Gemeinsam mit einem Guiness, für welches man nur seinen Coupon eintauschen muss, welchen man beim Kauf des Tickets erhalten hat.

Alles in allem ist die Brauerei tatsächlich sehr sehenswert, obwohl ich zuvor noch etwas skeptisch war. Aber hier haben sich die etlichen tausenden Euros zur Umsetzung des Besuchersturms bezahlt gemacht und laden den Besucher auf eine wirklich gut gemachte und einladende Reise durch die Geschichte und Kunst der Brauerei ein. Da alles in die gold-schwarzen Guiness Farben gehalten ist, wirkt es dadurch noch einmal mehr „fantastischer“ auf den Besucher.

Einzig befremdlich war für uns ein Anblick. Nämlich jener der Merchandise Fläche. Zur Erinnerung, wir haben den 04. Oktober und dennoch strahlt uns eine Weihnachtsbeleuchtung an, als hätten wir den 20. Dezember inmitten von Bloomingdales in New York. Manche sind eben etwas früher dran … Ich frage mich wann dort der Osterhase ums Eck springt? Im Januar? Auf der anderen Seite, man kann bereits seit mehreren Wochen Lebkuchen bei uns kaufen…

Beladen mit allerlei Souvenirs erblinzeln wir uns wieder das Tageslicht, nein Sonne war tatsächlich heute auch sehr rar gesät und überlegen wie wir es jetzt am besten anstellen um entgegen der Richtung des Sightseeingtour des Buses zur Dublinia kommen. Ein historisches Museum über die Geschichte Dublins, angefangen von der  Vikingerzeit bis Ende des Mittelalters.

Und da erblickte ich es und lud meine bessere Hälfte zu einer kleinen idyllischen, wenn auch kurzen, Kutschfahrt durch Dublins mittelalterlichen Stadtkerns ein. Dublins Stadtkern hat sich nämlich im Laufe der Jahre, entgegen vieler anderer Städte interessanterweise verschoben.

Die Dublinia selbst ist im ehemaligen Anbau der Christ Church beheimatet und bietet ein sogenanntes interaktives Museum, welches mit einer Brücke mit der Christ Church verbunden ist.

Ein sehr nett gemachtes Museum, mit viel anschaulichem Material, einiger Selbsterfahrungen (anheben eines vollen Kettenhemdes, nachmalen des Runenalphabets und „Probeliegen“ in einem typischen Vikingerbett) und netten Kurzvideos, natürlich neben den klassischen Ausstellungsstücken.

Mittlerweile ist es auch schon wieder knapp 16:00 als wir aus der Dublinia raus kommen und beschließen die Runde mit dem Bus zurück zu fahren. Den restlichen Nachmittag / Abend hatten wir uns vorgenommen noch Souvenirs zu shoppen und zum Abendessen in ein typisches irisches Pub zu begeben.

Sabrina meinte schon: „Soviel Merch, wie dieses Mal habe ich noch nie gekauft. Aber in Schottland habe ich es auch immer bereut.“ Und das stimmt irgendwie.
Aber aufs Konto anschließend sollte man nicht sehen, sonst geht es einem wie „Seiler & Speer“ in einem ihrer Lieder:
[..] Ja, won I sterb’n wü, donn schau i auf mei konto, wei do trifft mi da Schloag. [..]

Neben unserem Hotel ist ein nettes irisches Pub „Ryan’s Bar“, mit durchwegs guten Rezessionen bei TripAdvisor und Google. Umso besser für uns, wollten wir ohnehin eigentlich nicht mehr quer durch die Stadt „nur“ um was zu essen. In typischer Atmosphäre, bei einem kühlen Guiness gabs für uns beide ein klassisches irisches Lamb Stew. Herzhaft und wahnsinnig gut.

Mit etwas Wehmut und noch einmal den typischen Regen der Inseln genießend begeben wir uns wieder zurück zum Hotel und packen unsere Sachen.

Morgen geht es nach dem Frühstück auch schon zum Flughafen. Lieber sitzen wir etliche Stunden am Flughafen nutzlos rum, bevor uns die Anreise Odyssee noch einmal passiert. 😉

 

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