Irgendwie sehen die Zwei recht geschafft heute aus, wirkten auch nicht so richtig begeistert von ihrer letzten Unterkunft. Ich hatte ja meinen gemütlichen Platz in der Tasche und brauch eigentlich auch nicht viel. Aber es hat auch etwas Gutes, denn dadurch konnten wir schon recht früh mit der Tour in Oban starten und hatten noch etwas Zeit das eine oder andere Sehenswerte auf der Strecke mitzunehmen. Oban selbst ist eigentlich eine übersichtliche, aber nette typische Hafenstadt und mittendrin die Whisky Brennerei. Witzig, wenn man bedenkt, dass die Zwei auf der anderen Seite des Platzes gefrühstückt haben und die Brennerei zuerst gar nicht entdeckt haben. Na hauptsache, der Herr Alex hat vorher noch groß getönt über den Whisky und wie bekannt und bla bla.

Aber das eigentliche Highlight, ehrlicherweise, war ein spontaner Boottrip zu einer Robbenkolonie, entlang an typischer und wunderschöner schottischer Natur, Fischtzuchten und jeder Menge Seemöwen. Ich glaube Sabrina und Alex hatten jetzt eine ganze Schar an Robben erwartet und nicht „nur“ um die Zwanzig, auf einen großen Stein rekelnd. Gefreut hat man sich dennoch und freie, wildlebende Robben (es waren auch etliche Jungtiere dabei) zu sehen, ist – selbst nur bei einer – immer wieder schön. (*psst* Die schmecken auch gut. Aber keine Angst, ich habe keiner der dortigen Robben etwas zu Leide getan.)

Danach ging es eigentlich auch schon weiter in Richtung Fort William, entlang diverser Lochs. Eigentlich wollte ich ihnen ja stets etwas zu dem Wasser dort sagen, aber glaubt ihr, die hätten mir zugehört? Dann eben nicht. PFFT!

Nach einem kurzen Spaziergang durch Fort William mussten wir wohl alle Drei feststellen: „Mhm, nettes Städtchen und ja geschichtlich wichtig – aber … “ Sabrina hatte es noch mit fehlenden Funken beschrieben. Ich fand zwar jetzt die Stadt nicht so schlimm, dass man sie gleich anzünden müsste, aber Geschmäcker sind ja verschieden.

Weiter ging die Fahrt in Richtung Hotel bereits, welches bei Loch Shiel südlich von Mallaig lag. Doch während der Fahrt stolperte man förmlich über Glenfinnan (Weil sie nicht zugehört hatten, ich hatte ihnen noch gesagt, dass das auf der Strecke liegt). Eigentlich ist das Monument die Sehenswürdigkeit an dieser Stelle. Aber seit ein paar Jahren herrscht auch reges Interesse an der gegenüberliegenden Eisenbahnbrücke. Was auch immer an Eisenbahnen und Brücken so interessant sein soll. Viel hab ich von der Faszination nicht verstanden, außer, dass etwas von einem Harry Polster und einem Hochwart Express oder so gesprochen wurde. Wer oder was auch immer das sein mag und was das mit der Brücke zu tun hat?!

Es war offensichtlich der Tag der unerwarteten Begegnungen, denn während man eigentlich Aussicht und eine alte Kirche genoss, marschierte ein ehrfürchtiger junger Hirsch inmitten des Platzes und vergnügte sich ruhig und gefasst am umliegenden Gras.
Auch Sabrina und Alex konnten mir nicht erklären, warum es immer wieder Menschen gibt, die Natur nicht einfach aus der Distanz genießen können, sondern auch noch bei einem wilden Tier – und das obendrein nicht ganz ungefährlich – das „immer mehr“ Prinzip verfolgen müssen. Ich konnte Alex nur zustimmen, als dieser schimpfte und meinte, dass sich die Leute gefälligst bessere Kameras besorgen sollen, wenn sie schon eine Nahaufnahme haben wollen und nicht das Tier „bedrängen“ sollen. Leute gibts….

Wir hegten zwar alle zusammen einen kurzen Groll, aber der wurde relativ schnell wieder weggeblasen durch weiterhin einmalige Landschaften, entlang am Loch Shiel zu unserem wunderschönen Hotel.

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