Die ersten Tage in Kroatien

Der gestrige und heutige Tag verliefen recht harmonisch und endeten mit einer momentanen leeren Geldbörse und wunden Füßen. ;) Dafür gab es jede Menge schöner Fotos, Eindrücke und auch wenig Einkäufe (neben den Lebensmitteln).

Gestern machten wir einen langen herrlichen Spaziergang entlang des Strandes und entdeckten die dort versteckten Schönheiten. Ein absolut traumhaftes Wetter begleitete uns, strahlende Sonne – die, wie ich anmerken möchte, schon recht stark hier im Süden ist – kaum Wind und ein kristallklares Meer zu unserer Seite.

Ich kann euch die eingefangenen Eindrücke und das Flair kaum wiedergeben, aber ich denke ihr versteht was ich meine. Jeder war sicherlich schon einmal in Griechenland bzw im südlichen Italien und kennt den mediteranen Flair in derartigen Städten. Die Mentalität der Leute einfach gemütlich, keine Hast, keinen Stress, es werden einfach andere Prioritäten gesetzt.

Als wir vor Jahren einmal in Griechenland auf Urlaub waren, sagte ein Grieche zu uns: „Die Touristen haben die Uhr und wir haben die Zeit.“ Dieser Aussage bedarf es eigentlich keiner weiteren Erläuterung, einfach wirken lassen. ;)

Küste in Crikvenica

Meine Eindrücke von Kroatien waren bisher allesamt positiv, bis auf das man natürlich nicht viel versteht, die Leute sind alle sehr freundlich und man merkt auch den Tourismus hier in der Gegend, kaum jemand der nicht zumindest ein wenig deutsch / englisch kann, sodass man sich mit ihm unterhalten kann bzw seine Informationen bekommt. Speisekarten in den bisher besuchten Restaurants waren immer übersetzt in die verschiedensten Sprachen und sogar das ein oder andere Schild war mehrsprachig angeführt. Nur mit den Übersetzungen selbst ist es etwas holprig, so kann schonmal aus einem „Thunfisch Salat“ ein „Salat gemeiner Seepolyp“ werden. :D In den meisten Dingen ist Kroatien entgegen der breiten Meinung gar nicht soo billig, so zahlt man zwar für Trinken im Vergleich zu Österreich verdammt wenig, sind aber die Beträge der Speisen nicht wesentlich anders, sodass man zwar unterm Strich vielleicht etwas weniger zahlt für eine 4 köpfige Familie beim Essen gehen, aber man von „spottbillig“ auch etwas entfernt ist.

Dafür hingegen sind andere Sachen, wie teilweise Kleidung, Schuhe und Accessoires relativ günstig. In Österreich zum Beispiel bekommt man kein kleines Eis (kleine Waffeltüte mit 2 Kugeln) unter 1,20€. Hier hingegen ist es egal ob man einen kleinen oder großen Becher oder Waffeltüte nimmt man zahlt immer pro Kugel Eis 5Kn.
Zur Erklärung 1€ = ca. 7Kuna
Oder wie wir Österreicher hier teilweise rechnen: 1Kuna = 2 Schilling (das echte Geld ;) )

Kroatien auf jeden Fall widerspricht meiner Meinung nach einigen vorgefertigten Meinungen, es sind eher Irrglauben. Natürlich hat der Jugoslawienkrieg genauso auch Kroatien zugesetzt damals und man sieht / merkt auch in einigen Gebieten heute noch die Auswirkungen. Mittlerweile ist der Krieg zwar ca 17 Jahre her, aber so schnell kann sich ein Land, welches generell schon nicht zu den besten pro Kopf Einkommen gezählt hatte davon erholen. Mein Dad meinte heute, als wir Bauarbeitern beim Straßenbau zugesehen haben, „Man merkt, dass Arbeiten haben sie nicht erfunden,“ und ja das merkt man teilweise. Nein, um Himmels willen, dies ist in keinster Weise negativ oder herablassend gemerkt. Ganz im Gegenteil eigentlich ist es bewunderswert.

Die heutige Gesellschaft in Mitteleuropa bzw in allen Industrieländern lebt eher nach der Devise „Wir leben um zu Arbeiten“. Alles dreht sich nur ums Geld, um die Arbeit usw… kaum jemand schenkt heute noch Kleinigkeiten wie eine Mittagspause Beachtung. Ja wir organisieren sogar unser komplettes Leben nach unserem Job, wir ziehen extra ans andere Ende der Welt, weg von den Freunden, der Familie, nur weil wir dort um 5% höheres Einkommen haben. Steht das in einer Relation?

Sobald man die Grenze überschritten hat (zumindest aus Österreich raus) ist es, als würde man in eine andere Dimension, in eine andere Welt gehen. Hier wird Gearbeitet um zu Leben, hier werden noch Kleinigkeiten zu schätzen gewusst. Egal in welchem einstelligem Bereich sich der Verlust über die zwei Mittagsstunden rechnet, dann wird Mittagspause gemacht, weil der / die BesitzerIn dann eben eine Pause machen will und in Ruhe essen.
Könnten wir uns das heute noch so ohne weiteres vorstellen? Bis auf kleine „Tante Emmas Läden“ und die ein oder andere Trafik (=Tabakladen) kenn ich eigentlich keine Geschäfte die über Mittag heute noch großartig zu sperren.

Ein herrliches Gefühl hier auf jeden Fall bisher, keine Verpflichtungen, keinen Stress, einfach den Tag nehmen wie er kommt. Aber ich muss ehrlich sagen, auch wenn der Urlaub immerwieder noch so schön und eigentlich zu kurz ist, man ist dann doch wieder froh zu Hause zu sein.

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